Ausstattung eines Primärlabors
Primärlabore sind oftmals
die nationalen Labore eines Landes. Sie werden auch Nationale
Metrologische Institute (NMI´s) genannt. Die Aufgabe der NMI´s
ist die direkte Darstellung der Internationalen Temperaturskala
von 1990 und die Weitergabe der Normale in die Industrie. NMI´s
organisieren zudem interne oder externe Ringvergleiche mit
anderen NMI´s. Ein Ringvergleich ist eine Methode zur
Qualitätssicherung der Messverfahren der Laboratorien. Nach
einem Vergleich der Messergebnisse können Aussagen über die
Messgenauigkeit, also die Messqualität der teilnehmenden Labore
getroffen werden.
Diese Abhandlung ist keine Anleitung, wie ein
Primärlabor aufgebaut werden kann. Es werden an dieser Stelle
die Gerätetypen vorgestellt, die in Primärlaboren verwendet
werden. Des Weiteren wird erklärt, wie durchgeführte Messungen
auf verwendete Normale rückführbar sind.
1. Fixpunktzellen
Ein Primärlabor benutzt
entweder offene oder geschlossene Fixpunktzellen. Diese Zellen
beinhalten ein hochreines Metall, welches bei Temperaturen über
30°C erst in einem entsprechenden Kalibrator geschmolzen wird
und dann langsam erstarrt. Während der Phasenänderung, also vom
geschmolzenen Zustand bis zur Erstarrung, bleibt die Temperatur
in der Zelle konstant. In diesem Zeitraum spricht man von einem
Temperatur-Plateau. Die Länge des Plateaus wird nicht über den
Kalibrator bestimmt, sondern über die Reinheit und der Art des
verwendeten Metalls.

2. Kalibrator für Fixpunktzellen
Es ist wichtig, dass die
Zelle radial von außen her erstarrt und nicht vom Boden oder von
der Spitze der Fixpunktzelle. Um das zu erreichen, muss sich die
Zelle idealerweise in einer Vorrichtung befinden, in der überall
die gleiche Temperatur herrscht. Es gibt unterschiedliche
Kalibratoren, die, abhängig vom Temperaturbereich in dem die
Zelle verwendet wird, für diesen Zweck eingesetzt werden.
Der Quecksilberfixpunkt beispielsweise liegt bei
–38,834°C. Für diesen Fixpunkt wird ein Flüssigkeitsbad (näheres
unter Einrichtung eines Sekundärlabors) verwendet. Der
Silberfixpunkt liegt bei 961,78°C und erfordert einen Ofen, um
die Zelle zu schmelzen und zu erstarren. Öfen, die die Wärme
über ein Wärmerohr übertragen, bieten die notwendige
Temperaturgleichmäßigkeit.

3.
Normal-Platinwiderstandsthermometer
Für den Temperaturbereich
von -200°C bis 962°C schreibt die ITS-90 als
Interpolations-Thermometer das SPRT vor. Es gibt keine
Thermometer, die im gesamten Bereich von -200°C bis 962°C
eingesetzt werden können. Daraus folgt, dass ein Primärlabor zur
Interpolation der ITS-90 mehrere Fühler benutzen muss.

4. Anzeigegeräte
Zusammen mit den SPRTs
werden spezielle Geräte eingesetzt, um diesen hohen
Anforderungen an Präzision genügen zu können. Die Rede ist von
Verhältnisbrücken. Sie messen den Widerstand, indem sie den
Verhältniswert des SPRTs und den Widerstand eines
Normalwiderstandes, der auf einer konstanten und bekannten
Temperatur gehalten wird, vergleichen.
