Multifunktionskalibrator – Der Traum eines Temperatur-Ingenieurs

Der Multifunktionskalibrator
In einem unserer letzten Schulungsseminare wurde ich gefragt, ob es ein Gerät gibt, mit dem man so viel Kalibrieraufgaben wie nur möglich bearbeiten kann. In der Tat, so etwas gibt es. Es handelt sich um einen Multifunktionskalibrator. Es ist ein komplettes Temperaturkalibrierlabor. Er besteht aus einem Grundgerät, dem Metallblockkalibrator mit Temperaturanzeige. Über eine Steckverbindung kann ein Referenzthermometer angeschlossen werden.

Vorteil
Der Vorteil des Multifunktionskalibrators liegt in der Möglichkeit, optional verschiedene Einsätze verwenden zu können.

Verwendungsmöglichkeiten
Im Folgenden sind die 6 Möglichkeiten der Verwendung eines Multifunktionskalibrators aufgelistet:

  1. Es können anhand verschiedener Standard-Metallblockeinsätze normale, gerade, industrielle Fühler unterschiedlichen Durchmessers kalibriert werden.
  2. Für abgewinkelte Fühler kann, anstatt des Standard-Metallblockeinsatzes, ein umgewälztes Flüssigkeitsbad eingesetzt werden, um dann die unbekannten Temperaturfühler mit dem Referenzfühler zu verglichen.
  3. Wenn das Grundgerät kühlen kann, können in dem umgewälzten Flüssigkeitsbehältnis auch sekundäre Fixpunkte, wie der Eis- und Siedepunkt von Wasser dargestellt werden. Dazu wird entmineralisiertes Wasser verwendet. Das umgewälzte Flüssigkeitsbehältnis darf vorher jedoch nicht mit einer anderen Flüssigkeit benutzt worden sein.
  4. Des Weiteren kann der Multifunktionskalibrator als Oberflächenfühler-Kalibrator eingesetzt werden. Durch den Einsatz eines speziellen Sets können Temperaturfühler kalibriert werden, die zur Messung von Oberflächentemperaturen eingesetzt werden. Auch für dieses System gibt es einen Referenzfühler, der an die Anzeige des Grundgerätes angeschlossen wird.
  5. Auch Strahlungssysteme wie Pyrometer und Wärmebildsysteme können kalibriert werden. Für diesen Zweck ist der Hohlraum des Grundgerätes, in den der Einsatz platziert wird, geschwärzt. Durch den Einsatz eines speziell geformten „Schwarzen Strahlers“ kann dann die Kalibrierung bewerkstelligt werden.
  6. Zum guten Schluss können in solchen Multifunktionskalibratoren auch Fixpunktzellen in Betrieb genommen werden. In der Regel werden Fixpunkte wie der Quecksilber-Tripelpunkt, der Wasser-Tripelpunkt und der Galliumschmelzpunkt eingesetzt.